Banner gegen “Elterntaxis” in Hemer-Ihmert (Nordrhein-Westfalen); Foto: Asio utus / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0.

Viele Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, weil sie den Schulweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad für zu unsicher halten. Doch das Gegenteil ist der Fall: Laut Statistiken verunglücken Kinderhäufiger als Mitfahrer*innen im Auto als zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Sogenannte „Elterntaxis“ sorgen zudem oft für Verkehrschaos vor Schulen und gefährden so die Sicherheit aller Schüler*innen.

Elterntaxis sind nicht nur ein Problem für die Verkehrssicherheit, sondern sie beeinträchtigen auch die Selbstständigkeit der Kinder. Expert*innen appellieren daher an Eltern, wieder mehr Eigenverantwortung zuzulassen.

Den Schulweg selbst zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Bus zurückzulegen, fördert sowohl die Sicherheit als auch die Selbstständigkeit der Kinder.

Verkehrsschild in einer Schulstraße
in Österreich. Foto: Reinhard Müller / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0.

Durch „Elterntaxis“ entstehen unerwünschte Folgenwie tägliches Verkehrschaos und zugeparkte Straßen rund um die Schulen. Eine mögliche Lösung dafür sind sogenannte „Schulstraßen“. Dabei wird die Straße unmittelbar an der Schule zeitlich begrenzt für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Auf diese Weise soll zu den sogenannten „Hol- und Bring-Zeiten“, also morgens und mittags, das übliche Verkehrschaos an der Schule verhindert werden.

Wenn man die Schulstraße nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad nutzen darf, wird die Verkehrssicherheit für alle wesentlich verbessert.

Eine Ausnahme besteht für die Menschen, die in der Straße wohnen: Sie erhalten einen Ausweis, damit sie weiterhin in die Straße einfahren können. Auch andere notwendige Ausnahmen sind möglich.

In Österreich gibt es bereits einige Schulstraßen, sie wurden im Jahr 2022 eingeführt. Auch in Niedersachsen darf eine Gemeide Schulstraßen einrichten.

Hinweistafel in Bad Vöslau (Österreich). Foto: Karl Gruber / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0.

Elternhaltestellen (auch Hol- und Bring-Zonen oder Kiss- and Ride-Zonen genannt) sind Parkplätze oder Bereiche, in denen Eltern ihre Kinder aus dem Auto aussteigen lassen können.

Diese Zonen werden in der Nähe der Schule eingerichtet, sind aber weit genug entfernt, um das übliche Verkehrschaos unmittelbar an der Schule zu verhindern.

Durch diese Maßnahme wird nicht nur die Verkehrssicherheit, sondern auch die Selbständigkeitder Schüler*innen gefördert. Bewegung unmittelbar vor Schulstart steigert zudem die Konzentrationsfähigkeit.

Die Elternhaltestellen sind zugleich ein Treffpunktfür die Schüler*innen, um die letzten Meter gemeinsam mit Freund*innen zurückzulegen.